Allgemeine Geschäfts- und Nutzungsbedingungen (AGB) für Prüfer und Prüfstellen
Stand: Hamburg, Oktober 2026
§ 1 Geltungsbereich, Vertragspartner und Rollen
- Diese Allgemeinen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen (im Folgenden „AGB“) gelten für alle Verträge über die Nutzung der Zertifizierungsplattform „Das Hundezertifikat.de“, die zwischen der bowbow tech UG (haftungsbeschränkt), Bernstorffstraße 118, 22767 Hamburg (im Folgenden „Anbieter“) und ihren Kunden (z. B. Prüfer:innen – im Folgenden „Kunde“) geschlossen werden.
- Das Angebot des Anbieters richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts sowie eingetragene Vereine, die die Plattform zur Abnahme von Zertifizierungen nutzen. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern (§ 13 BGB) ist ausgeschlossen.
- Rollenverteilung: Der Anbieter stellt im Auftrag des jeweiligen Amtes, Unternehmens oder Vereins lediglich die technische Software-Infrastruktur (SaaS) zur Verfügung inkl. Fragen und Prüfungsordnung. Der Kunde nutzt diese als autorisierte/r Prüfer:in. Der rechtliche und finanzielle Vertrag über die eigentliche Zertifizierung kommt ausschließlich zwischen dem Kunden (bzw. dessen Hundeschule) und dem jeweiligen Prüfling zustande.
§ 2 Vertragsgegenstand, Leistungen und Verfügbarkeit
- Der Anbieter stellt dem Kunden eine cloudbasierte Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) zur Durchführung und Dokumentation von Prüfungen sowie zur Zertifikatserstellung zur Verfügung.
- Der Anbieter gewährleistet eine Verfügbarkeit der Plattform von 99,5 % im Jahresmittel. Eine 100%ige und unterbrechungsfreie Verfügbarkeit (z. B. bei lokalen Internetabbrüchen beim Kunden während einer Live-Prüfung) kann jedoch nicht garantiert werden. Ausgenommen von der Berechnung der Verfügbarkeit sind geplante und vorab angekündigte Wartungsfenster sowie Ausfälle, die außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters liegen (z. B. höhere Gewalt, Störungen der Internetinfrastruktur).
- Verfügbarkeit: Der Anbieter bemüht sich als technischer Dienstleister um eine hohe Ausfallsicherheit der Plattform. Eine 100%ige und unterbrechungsfreie Verfügbarkeit (z. B. bei lokalen Internetabbrüchen beim Kunden während einer Live-Prüfung) kann jedoch nicht garantiert werden.
- Der Anbieter behält sich das Recht vor, die Plattform kontinuierlich weiterzuentwickeln, Updates einzuspielen und Funktionen anzupassen.
§ 3 Lizenzvoraussetzung, Vergütung und Zahlungsbedingungen
- Lizenzpflicht: Die Nutzung der Plattform zur Abnahme von Prüfungen ist kostenpflichtig. Um Zertifizierungen operativ durchführen zu können, muss der Kunde vorab Lizenzen über die Plattform erwerben. Jede abgenommene Zertifizierung verbraucht eine Lizenz.
- Vorrang individueller Rahmenverträge: Abweichende Vergütungsmodelle (z. B. Jahresbeiträge oder Lizenz-Flatrates) müssen in einem separaten Rahmenvertrag vereinbart werden und haben stets Vorrang vor diesen AGB.
- Zahlungsabwicklung (Standardmodell): Richten sich die Preise nach dem Bestellprozess innerhalb der Webapp, erfolgt die Zahlungsabwicklung über den externen Dienstleister Stripe. Der Kunde stimmt der elektronischen Rechnungsstellung zu.
- Zahlungsverzug: Befindet sich der Kunde in Verzug, ist der Anbieter berechtigt, den Zugang und die Möglichkeit zur Durchführung weiterer Zertifizierungen bis zur Begleichung vorübergehend zu sperren.
§ 4 Pflichten und Mitwirkung des Kunden (Verhaltensregeln)
- Klarnamenpflicht: Der Kunde verpflichtet sich, bei der Registrierung korrekte geschäftliche und persönliche Daten (inkl. Klarnamen) anzugeben bzw. voreingetragene Daten zu überprüfen, da diese für die offizielle Prüfungsdokumentation zwingend erforderlich sind.
- Geheimhaltung der Zugangsdaten: Der Account ist streng persönlich an die Autorisierung des Kunden gebunden. Die Weitergabe der Zugangsdaten an Dritte (insbesondere an Prüflinge, Hilfskräfte oder nicht-autorisierte Trainer:innen) ist strikt untersagt.
- Zweckbindung: Die Plattform darf vom Kunden ausschließlich für den vorgesehenen Zweck genutzt werden: Die rechtmäßige Verwaltung von Prüflingen und die ordnungsgemäße Abnahme offizieller Zertifizierungen und Prüfungen im Rahmen der behördlichen oder vereinsinternen Autorisierung des Kunden. Das Einstellen rechtswidriger Inhalte ist untersagt.
- Datengeheimnis und Vertraulichkeit von Prüflingsdaten: Der Kunde verpflichtet sich, über alle personenbezogenen Daten der Prüflinge (z. B. Namen, Kontaktdaten, Prüfungsergebnisse), auf die er im Rahmen der Plattformnutzung Zugriff erhält, strengstes Stillschweigen zu bewahren (Datengeheimnis gemäß DSGVO). Diese Daten dürfen ausschließlich zur Abwicklung der offiziellen Zertifizierung genutzt und keinesfalls für eigene private oder geschäftliche Zwecke (z. B. Marketing, Newsletter oder Werbung für die eigene Hundeschule) exportiert oder zweckentfremdet werden.
- Geheimhaltung von Prüfungsfragen und Manipulationsverbot: Die in der Plattform hinterlegten Prüfungsfragen sind streng vertraulich zu behandeln und dürfen nicht im Vorfeld an Prüflinge weitergegeben, kopiert oder anderweitig veröffentlicht werden. Jede technische oder inhaltliche Manipulation von Prüfungsergebnissen durch den Kunden ist untersagt. Bei Zuwiderhandlungen behält sich der Anbieter vor, den Account sofort zu sperren und das zuständige Amt bzw. den Verein umgehend zu informieren.
- Minderjährige Prüflinge / Automatisierte Entscheidungen: Der Kunde ist verpflichtet, die rechtlichen Voraussetzungen (z. B. Einwilligung der Erziehungsberechtigten; Voraussetzungen nach Art. 22 DSGVO) sicherzustellen, bevor Funktionen der Plattform hierfür genutzt werden.
- Freistellungsanspruch: Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter auf erstes Anfordern frei, die wegen einer Rechts- oder Datenschutzverletzung durch den Kunden im Rahmen der Plattformnutzung geltend gemacht werden.
§ 5 Datenschutz und Auftragsverarbeitung (AVV)
- Verantwortlichkeit: Der Kunde ist datenschutzrechtlich Verantwortlicher (Art. 4 Nr. 7 DSGVO) für die Erhebung und Verarbeitung der Daten seiner Prüflinge. Ob und inwieweit zwischen dem Kunden und der akkreditierenden Behörde eine gemeinsame Verantwortlichkeit (Art. 26 DSGVO) besteht, obliegt der rechtlichen Klärung und Vereinbarung im Innenverhältnis zwischen diesen beiden Parteien. Der Anbieter wird ausschließlich als Auftragsverarbeiter tätig.
- Informationspflicht: Der Kunde verpflichtet sich, seinen gesetzlichen Informationspflichten (Art. 13, 14 DSGVO) gegenüber den Prüflingen eigenständig nachzukommen, bevor er deren Daten in die Plattform eingibt. Mit dem Eintragen sichert der Kunde zu, dass der Prüfling vorab ordnungsgemäß über die Datenverarbeitung – auch hinsichtlich der Rolle der akkreditierenden Behörde – informiert wurde.
- Abschluss des Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV): Um die datenschutzrechtlichen Vorgaben der DSGVO zu erfüllen, schließt der Kunde im Rahmen des Registrierungsprozesses durch die Bestätigung einer zwingenden Checkbox einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gem. Art. 28 DSGVO mit dem Anbieter ab. Die Bestimmungen dieses digitalen AVV sind integraler Bestandteil dieses Nutzungsvertrages und gehen im Falle von Widersprüchen hinsichtlich des Datenschutzes diesen AGB vor.
§ 6 Haftung (B2B)
- Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.
- Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht), begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden.
- Inhalte & Zertifikate: Der Anbieter haftet weder für die inhaltliche Richtigkeit der durch das Amt bzw. den Verein bereitgestellten Prüfungsfragen noch für vertragliche oder finanzielle Streitigkeiten zwischen dem Kunden und dessen Prüflingen (z. B. bezüglich der eigenen Rechnungsstellung gegenüber dem Prüfling oder dem Nichtbestehen der Prüfung). Die rechtliche Verantwortung für den Prüfungsakt liegt beim Kunden in Verbindung mit der ausstellenden Behörde bzw. dem Verein.
§ 7 Laufzeit, Sperrung und Account-Löschung
- Laufzeit und Kündigung (Standardmodell): Mit der Registrierung wird ein unbefristeter Basis-Account geschlossen, der jederzeit ohne Einhaltung einer Frist gelöscht/gekündigt werden kann. Im Falle einer Löschung des Accounts durch den Kunden oder einer berechtigten Sperrung durch den Anbieter (z. B. wegen Lizenzentzug durch das Amt) verfallen noch vorhandene, ungenutzte Einzellizenzen ersatzlos; ein Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises besteht nicht.
- Abhängigkeit von der Autorisierung (Sperrung): Die Berechtigung zur Plattformnutzung ist an die Autorisierung durch die jeweilige ausstellende Instanz (Behörde/Verein) geknüpft. Entzieht diese dem Kunden die Prüflizenz, ist der Anbieter berechtigt, den Account zu sperren.
- Außerordentliche Kündigung: Das Recht beider Parteien zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere bei Verstößen gegen § 4 dieser AGB vor.
- Verbleib von Prüfungsdaten (Nachweispflicht): Wird ein Account gelöscht, bleiben die Daten der bereits geprüften Personen und die dazugehörigen Zertifikate (inkl. Prüfernummer) auf der Plattform erhalten. Der Anbieter ist im hoheitlichen Auftrag der zuständigen Behörde vertraglich verpflichtet, diese Minimaldaten zum Zwecke der gesetzlichen Nachweispflicht und des Fälschungsschutzes für die Dauer der Gültigkeit sicher zu speichern.
- Steuerrechtliche Aufbewahrungspflichten: Ungeachtet der Kündigung und Account-Löschung bleiben die im Rahmen des Lizenzkaufs generierten handels- und steuerrechtlich relevanten Abrechnungsdaten des Kunden (z. B. Rechnungen, Transaktionsbelege) von der Löschung unberührt. Der Anbieter bewahrt diese zur Erfüllung gesetzlicher Aufbewahrungsfristen (insbesondere gemäß HGB und AO) für die vorgeschriebene Dauer von bis zu 10 Jahren auf.
§ 8 Änderungen der AGB
Der Anbieter behält sich das Recht vor, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft zu ändern. Der Anbieter wird dem Kunden die Änderungen vor dem geplanten Inkrafttreten per E-Mail oder in der Plattform mitteilen. Widerspricht der Kunde der Geltung der neuen AGB nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Mitteilung, gelten die geänderten AGB als angenommen. Der Anbieter wird in der Mitteilung auf die Bedeutung dieser Frist und das Widerspruchsrecht gesondert hinweisen.
§ 9 Schiedsverfahren, Gerichtsstand und Schlussbestimmungen
- Vor der Einleitung gerichtlicher Schritte verpflichten sich beide Parteien, ernsthaft eine außergerichtliche Klärung oder ein Mediationsverfahren (Ort: Hamburg) anzustreben. Ein privates Schiedsgerichtsverfahren ist ausgeschlossen.
- Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG). Ausschließlicher Gerichtsstand ist Hamburg.
- Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen unberührt.
Stand: Hamburg, Oktober 2026